Kernel-Update mit Hindernissen

Eigentlich wollten wir gerade (ca. 23:30 Uhr) nur (OTon Pascal: “mal eben schnell”) eine andere Apache-Version auf dem Haupt-Webserver von winboard.org installieren. Die aktuell installierte Version 2.2.2 verursachte Speicherprobleme.

Als beim Kompilieren der Apache-Version kurzzeitig Langeweile aufkam, habe ich noch schnell einen “apt-get update && apt-get upgrade” angeschmissen.

Bei der Aufzählung der zu installierenden Pakete habe ich zwar registriert, dass für den aktuellen Kernel mit der gleichen Versionsnummer ein Security-Update eingespielt werden sollte – die Warnung, dass vor einem Reboot voraussichtlich keine Modules mehr geladen könnten, war mir auch bekannt – aber, da ich bisher nie Schwierigkeiten mit einem entsprechenden Update hatte, wurde der Installationshinweis kurz positiv bestätigt.

Der betroffene Server war ein AMD Athlon(tm) 64 X2 Dual Core Processor 4200+, der Kernel war in Version 2.6.8-12-amd64-k8-smp als Debian-Paket installiert und sollte mit eben dieser in abgesicherter Version aktualisiert werden (ob der Patch mit dem kürzlich gehackten Debian-Server zusammenhängt?).

Nach der Installation wollte ich natürlich sicherstellen, dass der neue Kernel seinen Dienst antritt. Also habe ich, trotz ca. 500 aktiver User (bei dem kurzen Serverausfall hoffentlich kein Problem *g* …) auf der Shell “reboot” eingegeben, auf die Enter-Taste gedrückt und nach dem zu erwartenden Rausschmiss vom Server einen Ping auf eben diesen abgesetzt.

Nach ca. 1 Minute ohne “Antwort von …” wurde ich etwas nervös (Pascal im Übrigen auch ;) ), nach 2 Minuten noch etwas nervöser, und nach 3 Minuten war klar: der kommt nicht mehr von alleine wieder :(

Und das, ohne eine lokalen Zugriff auf die Kiste zu haben. *hüstel*

Pascal – seinen IRC-Postings nach schon das große “P” in den Augen – blieb nichts anderes übrig, als den Support beim Serverhoster anzurufen, wir brauchten eine lokale Konsole.

Das Problem war schnell gefunden, nach dem Kernel-Upate hatte dpkg keinen Aufruf von “lilo” veranlasst. Deswegen blieb der Bootloader beim Versuch, den Kernel zu booten, hängen.

Um das nachzuholen, habe ich im Rescue-System einfach die Root-Partition des Servers gemountet und im chroot “lilo” veranlasst, einen neuen MBR zu schreiben. Fertig.

Also merke: Nach einem Kernel-Update, immer noch manuell einen “lilo” absetzen.

Das macht das Leben einfacher.

Und billiger….

Die Aktion hat jetzt wieder über 100 Euro gekostet. Und den Schlaf eines Hoster-Mitarbeiters. Und nicht zu vergessen: meine und v.a. Pascals Nerven ;)

Über Stefan

Meine Leidenschaft, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich, gilt seit mittlerweile über 15 Jahren Linux-Systemen. Einen speziellen Schwerpunkt in diesem Bereich habe ich nicht - nur Debian-basiert sollte es sein.
Dieser Artikel wurde in Aus dem Alltag, winboard.org veröffentlicht.Permalink als Favorit speichern.

2 Antworten zu Kernel-Update mit Hindernissen

  1. Andy schreibt:

    Jo, war dann ja ein voller Erfolg :-)

  2. Fogg schreibt:

    Huhu ihr da,

    danke für den Blog. Hatte grad heute nacht selbiges Problem. Hatte auch schon schweissperlen auf der Stirn… Nun gut, heut morgen konnte das Teil vom Service problemlos gestartet werden. Bin mal gespannt was mich das kostet…..

    CU und viel Erfolg hier noch!

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