Wie angekündigt, hier ein kurzer Erfahrungsbericht mit Ubuntu-Linux auf dem HP Compaq nx6325.
Linux und Notebooks ist bisher eigentlich ein eher problematisches Gespann. Deswegen war ich sehr gespannt, wie sich Ubuntu (und weil als “Spielwiese” gedacht, habe ich mich für das noch im Betastadium befindliche Edgy Eft entschieden) auf dem Lappi so macht.
Die Installation der 64Bit-Version des OS selbst war absolut kein Problem. Selbst das Zusammenschrumpfen des vorinstallierten Windows XP auf 40GB war mit dem Ubuntu-Installer eine Sache von ein paar Klicks.
Nach dem ersten Start des Systems war die Grafik korrekt auf SXGA+ (1400*1050) eingestellt, die 3D-Beschleunigung war mangels Treibermöglichkeiten nicht aktiv. Der Sound funktionierte, und nach Änderung des Tastaturlayouts auf “Laptop/notebook Compaq (eg. Armada) Laptop Keyboard” funktionierten sogar fast alle Sondertasten - die unrühmlichen Ausnahmen werden weiter unten noch angesprochen.
Um dem Grafiktreiber Beine zu machen, installierte ich EasyUbuntu, das Programm kümmerte sich für mich darum, den benötigten, proprietären ATI-Treiber zu installieren. Allerdings musste ich das richtige Module (fglrx) händisch in die xorg.conf eintragen.
Danach rückte ich dem WLAN-Chip (Broadcom bcm43xx) auf die Pelle. Das Linux-Module war auch nach längerem Experimentieren nicht an`s Laufen zu bekommen, also sollte NDISWrapper diesen Job übernehmen. Auch hier war einige Bastelei angesagt. Um es abzukürzen, hier die Schritte, die nötig waren, um das WLAN-Kontrollämpchen einzuschalten:
- Mit “modprobe -r bcm43xx” war zunächst sicherzustellen, dass das Linux-Module mir später nicht mehr dazwischenfunkte (Achtung: Wortspiel
)
- Herunterladen des WinXP-64Bit-Treibers von der HP-Seite (die Datei heisst z.Zt. sp33009.exe) und Entpacken des Treibers mit cabextract.
- Deinstallieren der Ubuntu-NDISWrapper-Pakete
- Kompilieren und Installieren der aktuellen Stable-Version 1.25 des NDISWrapper (der typische ./configure; make; sudo make install war erfolgreich)
- Als Root in das Verzeichnis wechseln, in das zuvor die Win-Treiber entpackt worden waren
- Um den Treiber in das System aufzunehmen, brauchte es nun den ndiswrapper:
# ndiswrapper -i bcmwl5.inf
# ndiswrapper -m
- Danach waren noch drei kleine Anpassungen in Konfigurationsdateien nötig:
- In die Datei /etc/modprobe.d/blacklist musste “bcm43xx” eingetragen werden, so dass das System nicht versucht, das Linux-eigene Module für den WLAN-Chip zu laden
- In der Datei /etc/modprobe/ndiswrapper habe ich wlan0 durch eth1 ersetzt.
- Schließlich fehlte nur noch, die Zeile “ndiswrapper” in die Datei /etc/modules aufzunehmen.
- Die WLAN-Konfiguration selbst lässt sich nun mit einem Tool der eigenen Wahl vornehmen. Ich bevorzuge die manuelle Anpassung der /etc/network/interfaces mit dem vi.
- Nach einem “depmod -a” ließ sich mit “modprobe ndiswrapper” das NDISWrapper-Module laden und dann schließlich nach einem:
# /etc/init.d/networking restart
war dem Netzwerkzugang nichts mehr im Weg.
Um ein paar Dinge muss ich mich noch kümmern:
Z.B. funktioniert das automatische Stepping des Prozessortaktes noch nicht. Der legt durchgängig 2GHz an. Bluetooth habe ich noch nicht getestet, dmesg meint aber, dass das auch kein großes Problem darstellen würde. Auch das integrierte Modem habe ich bisher nicht getestet. Und wenn ich über die Kontrolltaste am Notebook WLAN deaktiviere und danach wieder einschalte, ist zwar eth1 beim ifconfig wieder mit aufgelistet, allerdings verrät ein iwconfig, dass die WLAN-Parameter nicht mehr gesetzt sind. Aber auch das sollte sich ohne großen Aufwand hinbiegen lassen.
Was mich wirklich stört, ist, dass unter Linux einzig die Sondertasten zur Justierung der Bildschirm-Helligkeit nicht funktionieren - und der ist bei Akkubetrieb definitiv zu dunkel.
Abschließend kann man sagen, dass der Betrieb des nx6325 unter Ubuntu auf jeden Fall Sinn macht, die noch offenen Probleme lassen sich voraussichtlich ohne viel Bastelei hinbiegen.
Ich gebe Laut, sobald ich weitere Erfolge verbuchen konnte.
edit
Das Speedstepping des Prozessors konnte ich inzwischen mit dem Gnome-Applet EmiFreq lösen. Der steppt jetzt wie Frank Sinatra ![]()
17. Oktober 2006 um 13:12
Sei mir nicht böste, aber das ist doch Käse.
Das bekommt der Otto-Normalanwender doch nie ans Laufen ….
28. Oktober 2006 um 19:25
wirf mal einen blick ins wiki von ubntusers.de
dort ist beschrieben wie man die wlankarte einrrichte
glaube du musst die firmware runerladen.
30. Oktober 2006 um 09:34
ottix: Wirf mal einen Blick in den Beitrag, zu dem Du Deinen Kommentar gepostet hast
Gruß
Stefan
12. November 2006 um 15:47
Die benötigten NDiswrapper Packete gibts inzwischen in den Debian Repositories, dort einfach die aktuelle Version der ndiswrapper-comm und ndiswrapper-util Packete herunterladen und danch mit GDebi instalieren - selber kompilieren muss man nicht mehr.
28. November 2006 um 17:54
Hallo!
“Was mich wirklich stört, ist, dass unter Linux einzig die Sondertasten zur Justierung der Bildschirm-Helligkeit nicht funktionieren - und der ist bei Akkubetrieb definitiv zu dunkel.”
Hast du mal folgendes versucht: Wechsel in eine Konsole, dort kannst du dann mittels Fn+f9/f10 die Helligkeit hoch und runter regeln (aus: http://forum.ubuntuusers.de/topic/45512/30/).
Wie ist denn sonst der aktuelle Stand? Gibt es mal ein Update deines Berichts?
Ich bekomme demnächst (sobald lieferbar) ein NX6325 mit dem Turion X2 und sxga+, bin also an allen Informationen zu diesem Thema brennend interessiert
Gruß
Jürgen
29. November 2006 um 17:18
Jürgen:
Danke für Deinen Tipp, diesen hatte ich vor einiger Zeit durch Zufall auch herausgefunden und unter:
Display-Helligkeit unter Ubuntu auf dem HP Compaq nx6325
gepostet.
Mit Bluetooth habe ich mich bislang nicht weiter beschäftigt, den WLAN-Netzwerkadapter habe ich über den aktuellen NDISWrapper bislang erfolgreich mit WEP (unter Edgy Eft) und WPA/PSK (Debian Etch) eingerichtet.
Für den Fingerabdruck-Scanner existiert zwar ein Treiber, aber der ist wohl noch im Alphastadium, eine Software, die den Scanner auch über PAM (für GDM oder für den Bash-Login) verfügbar macht, gibt es noch nicht.
Im diesem Blog findest Du zum Thema NX6325 unter Linux noch weitere Artikel (ich habe beispielsweise auch einmal die 3d-Funktionalität mit Beryl und der Xorg-Erweiterung XGL getestet).
Wenn Du weitere Informationen zum Thema benötigst, oder spezielle Fragen hast, melde Dich einfach über’s Blog oder per Mail.
Gruß
Stefan
30. November 2006 um 00:38
Hallo,
gibt es eine Möglichkeit emifreq so zu konfigurieren das er den Prozessor nach dem starten auf einen festen Wert laufen lässt?
Jim
3. Dezember 2006 um 12:56
@Jim:
Unter dem “So spielt die CPU im gewünschten Takt” habe ich einen Lösungsvorschlag für Dich gepostet.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter.
Gruß
Stefan
16. Dezember 2006 um 20:18
Hallo Stefan!
Bist du mit dem HP NX6325 zufrieden? Vor allem mit dem Display scheint “man” nicht so zufrieden zu sein? http://www.notebookcheck.com/HP-Compaq-nx6325.2198.0.html
Wäre dir dankbar, wenn du mir kurz deinen Eindruck vermitteln könntest! Danke!
18. Dezember 2006 um 20:01
@Dom:
im großen und ganzen bin ich schon recht zufrieden mit dem NX6325. Das angesprochene Display könnte in der Tat etwas heller und gleichmäßiger ausgeleuchtet sein. Die Blickwinkelabhängigkeit ist imho aber ausreichend.
Die Performance ist klasse, die 3d-Performance wird aber wahrscheinlich für aktuelle Spiele nicht unbedingt ausreichen (Radeon Xpress 1150, Shared Memory) - aber das ist wohl auch nicht der Fokus, wenn man dieses Notebook einsetzen möchte.
Ansonsten habe ich noch zwei Kritikpunkte:
- Die Akkulaufzeit bekomme ich nicht über 2:30h. Das kann mein über 5 Jahre altes Toughbook trotz regelmäßiger Nutzung auch noch
- Der WLAN-Treiber connected unter Windows erst nachdem der User angemeldet ist. Wir konnten die Notebooks über WLAN aus diesem Grund nicht in unserer Domäne einsetzen. Laut HP-Support ist dieses Problem dort zwar bekannt, eine Lösung gibt es allerdings noch nicht (Wir haben einfach ein Debian Sarge aufgesetzt, das die benötigte Windows-Installation über den VMWare-Player bootet. Für Schulungsnotebooks, denke ich, ok.).
Unter Linux arbeitet das Notebook, wie man hier in einigen Beiträgen lesen kann, gut und zuverlässig.
Ich hoffe, dieser “kurze Eindruck” hilft Dir weiter
Gruß
Stefan
10. Januar 2007 um 20:43
Hallo Stefan: Super Notebook
Leider bekomme ich viele Fehler: APIC error on CPU0: 40(40)
(dmesg)
Danach wird weder der Batteriestatus upgedatet, noch die CPUs gethrottelt. Ist dir dieses Problem auch schon untergekommen?
11. Januar 2007 um 09:39
@Dominik:
Hänge in der /boot/grub/menu.lst hinter die Befehlszeile für den Bootvorgang Deines Kernels (also in der Zeile “kernel”) die Optionen: “noapic nolapic” an.
Nach dem nächsten Bootvorgang sollte Dein Problem behoben sein.
12. Januar 2007 um 14:11
@Stefan:
Danke! Da ich einen 2xTurion habe greift der Kernel mit den Bootopitionen noapic nolapic nur auf eine CPU zurück.
Aber ohne die Optionen ist es mir bereits einmal passiert, dass der Laptop automatisch! heruntergefahren ist, weil die CPU aufgrund der nicht funktionierenden Temperaturkontrolle so heiß geworden ist.
Laut diverser Foreneinträge liegt das Problem am fehlerhaften BIOS von HP - lässt sich da denn nichts bewirken? Danke!
12. Januar 2007 um 14:26
Im HP-Supportforum wurde ein Thread gestartet, in dem die BIOS-Probleme diskutiert werden:
http://forums1.itrc.hp.com/service/forums/bizsupport/questionanswer.do?threadId=1079573
5. Februar 2007 um 00:01
Tolle Diskussion … super Info’s weiter so
Grüße Volker
5. Februar 2007 um 11:18
Hallo,
super Blog mit tollen Infos. Leider habe ich noch so meine Probleme mit dem WLAN meines nx6325 unter Ubuntu.
Die blaue Statuslampe des WLAN-Inerfaces leuchtet nach dem Bootvorgang unter Ubuntu nicht. Auch durch das betätigen des Knopfes lässt sich keinen Änderung herbeiführen.
Lediglich wenn ich nach einer Windows-Sitzung einen Neustart hinlege, dann bleibt das WLAN eingeschaltet. Ist das normal?
Ich bekomme auch die Ndiswrapper-Sourcen nicht kompiliert. Das “make” schmeisst einen ganzen Bildschirm voller Fehler!???
Hat jemand eine Tipp für mich, wie ich an dieser Stelle weiterkomme?
Danke und Gruß
Sven
7. Februar 2007 um 19:55
@Sven:
Maile mir den Output kurz zu, meist fehlt nur die Installation eines Dev-Paketes.
Bei den Make-Fehlern kann ich ohne die Fehler nicht wirklich etwas anfangen
Mittlerweile gibt es laut Aussage von “amd-linux” (siehe Kommentar weiter oben) auch geeignete Debian-Pakete von NDISWrapper, das Kompilieren entfiele somit.
Warum die WLAN-LED nicht leuchtet, kann mehrere Ursachen haben. Bei Dir ist wahrscheinlich das ndiswrapper-Module ist nicht geladen …
Gruß
Stefan
14. Februar 2007 um 18:26
Hallo,
also ich hab alles gemacht wie beschrieben. Die blaue Lampe leuchtet. Aber WLAN geht noch nicht.
ifconfig
eth0 Protokoll:Ethernet Hardware Adresse 00:17:08:2E:64:92
inet Adresse:192.168.1.29 Bcast:192.168.1.255 Maske:255.255.255.0
inet6 Adresse: fe80::217:8ff:fe2e:6492/64 Gültigkeitsbereich:Verbindung
UP BROADCAST RUNNING MULTICAST MTU:1500 Metric:1
RX packets:11 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:17 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
Kollisionen:0 Sendewarteschlangenlänge:1000
RX bytes:1585 (1.5 KiB) TX bytes:1926 (1.8 KiB)
Interrupt:233
lo Protokoll:Lokale Schleife
inet Adresse:127.0.0.1 Maske:255.0.0.0
inet6 Adresse: ::1/128 Gültigkeitsbereich:Maschine
UP LOOPBACK RUNNING MTU:16436 Metric:1
RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
Kollisionen:0 Sendewarteschlangenlänge:0
RX bytes:0 (0.0 b) TX bytes:0 (0.0 b)
iwconfig
lo no wireless extensions.
eth0 no wireless extensions.
sit0 no wireless extensions.
lsmod bringt mir
usbcore 134912 4 ndiswrapper,ehci_hcd,ohci_hcd
ndiswrapper -m
modprobe config already contains alias directive
Was kann ich machen?
Gruß Tommy
16. Februar 2007 um 10:55
Hallo,
ich hab es irgendwie hinbekommen.
Das folgende Howto hatte ich auch noch gefunden und jetzt läuft es.
http://zyrusthc.homeip.net/include.php?path=forum/showthread.php&threadid=82
Gruß Tommy
10. März 2007 um 03:02
Hi!
Die Installation auf dem nx6325 X2 ging ja problemlos aber superlahm, wie leider auch der Rechner im Moment. Ich habe keine Ahnung warum die Platte so langsam läuft. (hdparm -tT /dev/sda zeigt 8MB/sec!!!)
Hat einer ne Idee?
MfG Axel
7. April 2007 um 12:23
DMA eingeschaltet?
8. April 2007 um 17:43
Hiho!
Seit dem offiziellen 2.6.18.4 scheint kein Werkeln über ndiswrapper mehr nötig zu sein. So verwendet mein Etch in dieser Version kein ndiswrapper mehr, sondern lädt den eigenen bcm43xx-Treiber. Anders als bei bisherigen Versionen leuchtet aber bereits wirklich die WLAN-LED! Nur leider taucht meine WLAN-Karte dennoch nirgends auf… :-/
MfG Falco
12. April 2007 um 19:29
Hallo, sag mal hast du/ihr das modem unter nx6325 zum laufen bekommen?
Für eine Antwort oder Tipps wäre ich sehr dankbar!!!
Gruß,
Tino
12. April 2007 um 19:31
Ich meinte auf dem nx6325 unter Edgy Eft
13. April 2007 um 11:03
Das Modem habe ich bisher nie benötigt, deswegen auch nie getestet, ob ich’s zum Laufen bekäme.
Gruß
Stefan
Vielleicht hat irgendein Blog-Leser hier schon Erfahrungen sammeln können? Dann bitte posten
10. Mai 2007 um 22:30
Nicht mit Ubuntu, aber vielleicht hilft es ja doch weiter:
http://gentoo-wiki.com/HARDWARE_Gentoo_on_HP_Compaq_nx6325#Onboard_Modem
15. Juni 2007 um 13:00
Hallo,
ich habe mal mehr oder weniger alle wichtigen Dinge wie Wlan-, Kartenleser- und Grafikkarteneinrichtung getestet und darüber gebloggt unter Bezugnahme auf die meisten verfügbaren Quellen.
Der Bericht basiert auf dem aktuellen Ubuntu 7.04.
Und wurde bisher mehrfach erfolgreich durchgeführt, ich hoffe damit vielleicht bei verbleibenden Fragen weiter helfen zu können, insbesondere auf die Frage, darauf wie lange der Akku und das Netzteil entfernt werden müssen, damit die Wlankarte auch wirklich läuft.
umfangreich Tipps auf meinem Blog, die aber nur ergänzend helfen sollten
http://dashart.de/blog/archives/2-Ubuntu-HP-nx6325-Laptop.html
mfg Konstantin
15. September 2007 um 12:04
Also das Modem bekommt man zum laufen. Das Modem Typ
HDAudio Soft Dat Fax Modem ist vom Hersteller CXT (Conexant Systems Inc.)
Die haben aber keienen Treiber für Lunux sondern
http://linuxant.com/drivers/hsf/full/downloads-ubuntu-x86.php bietet eine Treiber an.
Allerdings wenn man den nicht kauft beschränkt sich das Modem auf 14 Kbps
Mit KPPP kann man dann das Modem Benutzen.
scotch1
17. Juni 2008 um 19:35
[...] me about 35 minutes only in order to get the buildt-in Broadcom WLAN interface up and running using this HowTo here (German language only). For you non-German speakers, here is a step-by-step explanation in English [...]