3D-Gnome-Desktop

Momentan werde ich wieder zum Spielkind …

Vor ein paar Tagen bin ich zufällig über das Beryl Project gestolpert. Beryl ist ein Window-Manager, der Compositing, also 3D-Effekte und Transparenzen für den eigenen Desktop bietet. Da bietet es sich doch geradezu an, XGL (Novell), bzw. AIGLX (Red Hat) einmal zu testen.

Das Ganze war auf meiner Edgy Eft-Spielplattform schnell aufgesetzt:

Die 3D-Beschleunigung, Voraussetzung für XGL, war schon aktiv (siehe ATI-Treiber unter Edgy Eft, jetzt fehlten zuerst die für das System fertigen Pakete.

Diese sind installierbar, wenn folgende Paketquelle in die /etc/apt/sources.list eingetragen wird:

deb http://ubuntu.beryl-project.org/ edgy main-edgy-amd64

Wer kein AMD64-System hat, lösche diese Endung einfach hinter “main-edgy” weg.

Nach einem “apt-get update” stehen dann folgende Pakete zur Verfügung, die sich mit “apt-get install …” installieren lassen:

  • beryl
  • beryl-core
  • beryl-manager
  • beryl-plugins
  • beryl-plugins-data
  • beryl-settings
  • emerald
  • emerald-themes
  • xserver-xgl
  • Sind diese auf dem System, fehlt noch die Einbindung in das bestehende System.

    Zunächst legt man ein Script an, das eine Gnome-Session mit XGL-Erweiterung aufruft, in meinem Fall habe ich als root in /usr/local/bin/startxgl.sh folgende Befehle eingetragen:

    #!/bin/sh
    Xgl :1 -nolisten tcp -fullscreen -ac -accel xv:pbuffer -accel glx:pbuffer &
    sleep 4
    export DISPLAY=:1
    # Beryl starten
    beryl-xgl &
    emerald &
    # GNOME starten
    exec gnome-session

    Nicht vergessen, das Ganze mit
    # chmod a+x /usr/local/bin/startxgl.sh
    auch ausführbar zu machen.

    Jetzt fehlt noch, eine XSession anzulegen, über die der GDM das gerade angelegte Script als Session ausführen kann.

    Hierzu legt man die Datei /usr/share/xsessions/xgl.desktop an:

    [Desktop Entry]
    Encoding=UTF-8
    Name=Xgl
    Exec=/usr/local/bin/startxgl.sh
    Icon=
    Type=Application

    Bei der nächsten GDM-Anmeldung, lässt sich als Session “Xgl” auswählen. Wird diese gestartet, sollte der Bildschirm wackeln, Fenster sollten transparente Header haben, …

    Verwalten lässt sich das Verhalten von Beryl über den Aufruf von “beryl-manager”.

    Viel Spaß beim Spielen ;)

    Eigentlich sollte ich noch eine Kategorie “Sinnfrei, aber verzichtbar” anlegen *g*

    Über Stefan

    Meine Leidenschaft, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich, gilt seit mittlerweile über 15 Jahren Linux-Systemen. Einen speziellen Schwerpunkt in diesem Bereich habe ich nicht - nur Debian-basiert sollte es sein.
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