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Der Tag, an dem sich Grub vertat |

Die abschließende Aktion nach der letzten Arbeit an meinem Etch Desktop vor ein paar Tagen war ein “apt-get dist-upgrade”.

Der nahm u.a. auch einen Kernel-Upgrade von 2.6.18.3 nach 2.6.18.4 vor.

Gerade wollte ich den Desktop endlich wieder einmal mit meiner Anwesenheit beehren. Aber der hatte anscheinend nicht wirklich Lust, schon wieder arbeiten zu müssen.

Zumindest ließ mich der Shell-Login von Busybox das erahnen, der sich mir nach ein paar vorangegangen Fehlermeldungen vor dem eigentlichen Bootvorgang in den Weg stellte.

Die eigentlich interessante Meldung dabei war: “Cannot mount /dev/sda2 to /root”. Mhhh.

Nachdem sich zuerst eine böse Erinnerung seine (kurze) Aufmerksamkeit erschlichen hatte, meine erste Vermutung: Der neue Kernel kommt irgendwie nicht mit dem Sata-Controller klar. Also schnell noch einmal die alte Version gebootet.

Gleicher Fehler. *grmpf*

Also noch einmal genauer auf die Fehlermeldung geschaut. “Unknown Filesystem Type” stand da.

Also “fstype /dev/sda2 eingegeben. Der kam zum gleichen Ergebnis. Die anderen Partitionen waren aber einwandfrei als “ext3″ oder “swap” gekennzeichnet.

Für eine genauere Analyse sollte “grml” herhalten. Nach deren Bootvorgang setzte ich einen “fdisk -l” ab:

   Device Boot      Start         End      Blocks   Id  System
/dev/sda1               1          12       96358+  83  Linux
/dev/sda2   *          13        6091    48828416    7  HPFS/NTFS
/dev/sda3            6092       12170    48829567+  83  Linux
/dev/sda4           12171       19457    58532827+   5  Extended
/dev/sda5           12171       18857    53713296   83  Linux
/dev/sda6           18858       19457     4819468+  82  Linux swap / Solaris

Da drängt sich doch eine Frage auf: Warum ist in der /boot/grub/menu.lst denn wohl die NTFS-Partition in der Kernel-Zeile eingetragen?

kernel          /vmlinuz-2.6.18-4-486 root=/dev/sda2 ro

Nach der Berichtigung des Root-Parameters auf /dev/sda3 und der Überprüfung der /etc/fstab (die im übrigen “/” noch richtig mit “/dev/sda3″ in Verbindung brachte) bootete das System dann auch wieder fehlerfrei.

Fragt sich nur, warum der Grub unbedingt meine Windows-Firmen-Fernwartungs-Installation booten wollte.

Und interessant auch: der Fehler ist reproduzierbar. Nach einem

dpkg-reconfigure linux-image-2.6.18-4-486

bzw.

/usr/sbin/update-grub

war die /boot/grub/menu.lst wieder vergurkt.

Wenn ich den Fehler in update-grub gefunden habe, wird’s hier stehen ;)

2 Antworten zu 'Der Tag, an dem sich Grub vertat'
  1. Falco:

    Bei mir hat das Update auf 2.6.18.4 auch einiges Entsetzen ausgelöst, brachte es doch einige gravierende Veränderungen mit.
    So wollte mein schön eingerichteter ndiswrapper für den bcm43xx (hp nx6325, vgl http://blog.computer-tipps.info/2006/10/15/ubuntu-auf-dem-compaq-nx6325/ ), wie ich es u.a. auch nach Deiner Anleitung eingerichtet hatte, nicht mehr im neuen System funktionieren. Also im alten System gestartet: Alles wunderbar, WLAN sofort möglich. Dann für alles ne Sicherung angelegt und im 2.6.18.4 versucht, ndiswrapper einfach nochmal mit dem Treiber vertraut zu machen - ohne Erfolg. Ich habe (nun, da ich in den letzten zwei Monaten seeehr viel im Umgang mit Linux gelernt habe), alles mögliche probiert. ndiswrapper setzt den Treiber auch richtig, config müsste auch stimmen. Nur ein iwconfig bringt mir nichts.
    Mittlerweile boote ich ausschließlich nur noch im alten 2.6.18.3 - denn dummerweise will mein nx6325 mit den neuen System auch nicht mehr abschalten. Beim Herunterfahren kommt noch die bekannte Meldung “Will now halt”, dann aber nichts mehr. So sorgte das neue System für einiges Durcheinander. Leider sind mir bislang aber nur die Nachteile aufgefallen - was bringt das Update eigentlich noch alles für Vorteile mit?!
    Liebe Grüße,
    Falco

  2. Stefan:

    Hallo Falco,

    Dein Kommentar ist zwar schon ein paar Tage alt, aber trotzdem noch die kurze Frage, ob Du Dein ndiswrapper-Problem in den Griff bekommen hast. Oder hakt es noch irgendwo?

    Zur Frage, welche Vorteile ein Kernel-Update bringt: Zum einen natürlich Fehlerbehebungen (und dadurch auch geschlossene Sicherheitslücken), zum anderen auch neue Features (neue Treiber, …).

    Über die Kernel-Changelogs (zu finden über http://www.kernel.org) findest Du die Änderungen, die der offizielle Kernel mitbringt, unter /usr/share/doc/linux-image-[versionsnummer]/changelog.Debian.gz die von den Maintainern der Debian-Distribution eingebrachten Anpassungen.

    Gruß
    Stefan

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