Man lernt ja nie aus: Seit Version 7 kann man in vim auch mit einer Art “Aktenreitersystem” arbeiten, das immer die gerade geöffneten Dateinamen am oberen Fensterrand anzeigt.
So kann man vim schon direkt beim Aufruf mit mehreren Dateien in eigenen Tabs füttern:
vim -p datei1 datei2 …
Editiert man eine Datei, und möchte zwischendurch eine neue anlegen, ohne vim zu verlassen, lässt sich einfach über
:tabnew
ein neues “Fenster” öffnen.
Mit
:tabnew [Dateiname]
öffnet sich der neue Tab direkt mit der übergebenen Datei.
Mit
:tabn
und
:tabp
wechselt man zum nächsten bzw. vorhergehenden Tab, das Kommando “gt” im Normalmode bringt einen zum nächsten Tab, “2gt” sorgt dafür, dass man im zweiten Tab landet.
Aber auch die gewohnten “Dateiwechselkommandos” arbeiten im “Tabsystem” wie gewohnt, “:n” bringt einen zur nächsten geöffneten Datei, “:previous” wieder zurück. Auch “:args” zeigt, wie bisher, die gerade geöffneten Dateien an.
Möchte man einen Befehl auf alle Aktenreiter gleichzeitig absetzen, erreicht man das mit dem Kommando “:tabdo”. Um beispielsweise alle Aktenreiter gleichzeitig zu schließen, ohne die Änderungen zu speichern, benutzt man:
:tabdo q!
Eine kleine Einführung in die Benutzung von Tabs erhält man mit:
:help tab-page-intro
Kann man also eine Zeile von seinem Eingabefenster abzwacken (und liebgewonnene Kommando-Tippautomatismen kurzzeitig zuverlässig verdrängen
), dann ist das Tabsystem recht komfortabel, fehlt der Platz in der Textkonsole, arbeitet man aber auch auf althergebrachte Weise ganz ordentlich.