Ich nutze als einziges Addon für Icedove schon seit langem Enigmail zur Signierung und Verschlüsselung meiner Mails. Nach einem der letzten System-Updates versagte die Erweiterung dann plötzlich ohne Vorwarnung ihren Dienst. Die installierte Version 0.94 sei inkompatibel zur aktuellen Icedove-Version.
Eigentlich ist das kein großes Problem, eine neuere Version 0.95.6 der Erweiterung war ja auch mozdev.org schon verfügbar.
Nach dem Download der entsprechenden Datei verweigerte diese jedoch meine Installationsbitte:
“Enigmail” konnte nicht installiert werden, da es nicht mit dem Icedove-Build-Typ (linux-gnu_x86-gcc3) kompatibel ist”
Als nächste Möglichkeit fiel mir das Sid-Repository als Installationsquelle ein. Und dort gibt es tatsächlich eine aktuelle Version des Plugins als Paket. Ich vermische allerdings ungerne verschiedene Debian-Versionen untereinander, deswegen bemühte ich nicht meinen Editor, um die Sid-Quellen in meine sources.list aufzunehmen, sondern lud das Paket direkt bei debian.org herunter.
Die auf der Informationsseite des Paketes genannten Abhängigkeiten versprachen eine problemlose Integration des unstabilen Paketes. Trotzdem stellte sich das Paket quer, erstens störte es sich an einer angeblich nicht passenden Thunderbird-Version, zweitens tauchte es dann nach dem ersten, angeblich fehlerfrei verlaufenen Installationsversuch nicht in der Liste der installierten Erweiterungen auf.
Ersterem Fehler kann man durch die Deinstallation des Paketes “thunderbird” begegnen. Dieses ist sowieso nur noch “transitional” und ist ein Rest der Namensänderung von Thunderbird zu Icedove.
Und um die Erweiterung nach der Installation auch in Thunderbird zur Verfügung stehen zu haben, muss die vorhandene Lenny-Version vorher komplett aus dem System entfernt (also “gepurged”) werden.
In Einzelschritten sieht das also so aus:
# aptitude remove thunderbird
# aptitude purge enigmail
# dpkg -i enigmail_0.95.0+1-3_i386.deb
Der Name des Enigmail-Paketes hängt dabei natürlich von der eingesetzten Systemarchitektur ab.
3. Februar 2008 um 09:51
Du kann problemlos die Quellen mehrere Debian-Versionen in deine sources.list eintragen.
Der Eintrag:
- -- /etc/apt/apt.conf
APT::Default-Release “testing”;
- --
sorgt dafür das ohne Angabe einer Version oder einer Distribution immer nur “testing” Pakete installiert werden.
Apt versucht dann immer sowenig Pakete wie möglich aus anderen Releases zu installieren.
Folgende Kommandos sind dabei noch nützlich
* Recherchieren von Paketversionen
apt-cache policy
* Paket aus einer release installieren
aptitude install -t
* Bestimme Versionsnummer installieren
aptitude install =
Gruß
Marc
10. Februar 2008 um 13:18
genialen eintrag danke