Opera 9.5 – nicht schlecht, Herr Specht

Vor einigen Jahren habe ich nach viel Rumtesterei und viel “Browserhopping” Firefox zu meinem Standardbrowser ernannt.

Der Browser war schlank und schnell und brachte mit dem sog. tabbed Browsing endlich einmal Ordnung ist die Taskleiste.

Opera wäre zwar eine Alternative gewesen, ließ sich aber nicht so fluffig bedienen, und verhielt sich insgesamt ziemlich behäbig.

Doch irgendwie verstärkte sich bei mir nach und nach immer mehr das Gefühl, dass auch der Firefox mit der Zeit immer mehr an Elan verliert. Und nachdem Ubuntu dann in 8.04 (aka Hardy Heron) die nicht wirklich stabil laufende Beta des Feuerfuchses gepackt hatte, kam mir die Meldung über die Veröffentlichung von Opera 9.5 gerade recht.

Gerade habe ich mir den Browser einmal näher angesehen und muss zugeben: ich bin ziemlich angetan.

Das Programm geht in allen Belangen äußerst zügig zu Werke, ist sehr übersichtlich, und ist schon von Haus aus sehr auf Sicherheitsbelange bedacht.

Das Rendering der Seiten ist ordentlich, eingebettete Flash-Dateien, Javascripts und Ajax-Gedöns funktionieren absolut problemfrei, selbst erstellte Zertifikate für SSL-verschlüsselte Seiten lassen sich schnell (und v.a. einfacher als bei anderen Browsern) installieren, ohne dass jedoch der berechtigte Warnhinweis zu kurz kommt.

Öffnet man mit [STRG][T] einen neuen Aktenreiter, zeigt das Programm eine Schnellwahl an, über die man mit einem Klick (oder [STRG][Nr. der Seite]) direkt auf eine bevorzugte Seite springen kann.

Blöd ist, dass ich nunmehr seit einigen Jahren auf [STRG][BILDRUNTER/BILDHOCH] konditioniert bin, um zwischen den Tabs hin- und herzuspringen. Opera verlangt da [STRG][TAB]. Aber das nur am Rande.

Meine Website-Entwickler-Wünsche werden mit den “Dragonfly”, einem Debugger mit DOM-Inspector, Stylesheet-Infos und einer Fehlerconsole schon recht zufriedenstellend abgedeckt, einzig ein Plugin in der Art des “Webdeveloper“-Plugins für Firefox suche ich noch. Außerdem wäre es klasse, wenn sich statt Firebug auch Dragonfly als Debugger in die auf Eclipse aufsetzende Web-Entwicklungsumgebung Aptana Studio integrieren ließe.

Die E-Mail-Komponente des Browsers lässt sich scheinbar sogar für IMAP-Konten recht gut benutzen. Ordner lassen sich abonnieren, anlegen, löschen und was man sonst so damit macht, die Anzeige der Mails ist schnell und ordentlich, die Kopfzeilen lassen sich anzeigen, nur der Quelltext einer Nachricht lässt sich nicht aufrufen – aber dieses Feature benötigt man ja nun nicht wirklich jeden Tag.

Schön ist, dass Opera im Benachrichtigungssysmbol anzeigt, wenn neue Nachrichten eintreffen.

Interessant ist auch die Möglichkeit, Nachrichten zu kategorisieren, also mit Kennzeichen wie “Wichtig”, “Lustiges” oder “Zurückrufen” zu versehen.

Die Chat-Komponente ist, wie auch alle anderen Programmbereiche, sehr übersichtlich. Eigenartig ist, dass sich einige Kommandos, wie z.B. “/mode -o nick”, nicht von der Eingabezeile absetzen lassen.

Ansonsten macht sie das, was sie soll: den anderen Benutzern meine Texte übermitteln, und mir die Texte der anderen anzeigen. Viel mehr benötige ich da auch nicht.

Da Opera mit Qt übersetzt ist, bindet sich das Programm zwar nicht optisch 100%ig in meinen Gnome-Desktop ein, aber das ist zu verschmerzen.

Hier ein paar Screenshots des neuen Opera:

Ob ich die E-Mail- oder Chat-Komponente bei mir wirklich einsetzen werde, wird sich zeigen. Aber als Browser schickt Opera sich an, Firefox den Rang abzulaufen, zumindest auf meinen Desktops.

Bleibt die Frage: Warum muss eigentlich mittlerweile jede internetbezogene Anwendung “Widgets” zur Verfügung stellen?

Über Stefan

Meine Leidenschaft, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich, gilt seit mittlerweile über 15 Jahren Linux-Systemen. Einen speziellen Schwerpunkt in diesem Bereich habe ich nicht - nur Debian-basiert sollte es sein.
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3 Antworten zu Opera 9.5 – nicht schlecht, Herr Specht

  1. Sven schreibt:

    Jau – Opera 9.5 runtergeladen. Installiert. Mailbox konvertiert und beim ersten Webzugriff stürzt das Ding sofort ab. Um genau zu sein, es stützt immer nach ca. 2 Sekunden ab, egal was ich mache.

    Das liegt vermutlich daran, weil der Opera bei mir unter
    FreeCap/socks über einen ssh-Tunnel läuft. Mit 9.27 ging es
    noch, aber die Version geht jetzt nicht mehr, weil meine Mailbox
    inzwischen konvertiert ist.

    Was denkst Du, was ich von der neuen Version halte?

  2. AntiOpera schreibt:

    Opera der letzte Schrott! Wer benutzt so einen Dreck?

  3. Tom schreibt:

    hab das auch mal installiert und sofort wieder runter geworfen, hast schon Recht Opera ist echt schlecht!

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