Nach dem letzten Kurzurlaub mit meiner Familie und dem damit verbundenen ersten Großeinsatz für meine neue DSLR Canon EOS 450d, freute ich mich schon darauf, die ersten Bilder zu pimpen (s/pimp/gimp/
).
Doch was meine Augen beim Öffnen aller Raw-Dateien mit dem Gimp-Plugin ufraw zu sehen bekamen, waren nur verwaschene, viel zu helle Aufnahmen. Alles Reglergeschubse blieb erfolglos, keine CR2-Datei ließ sich auch nur einigermaßen in optische Normalbereiche bugsieren.
Eine kurze Internet-”Recherche” ergab, dass meine Canon von ufraw 0.13 noch nicht unterstützt wird.
Aber die Opensource-Community wäre nicht Opensource-Community, wenn nicht irgendein findiger Mensch schon eine Lösung gefunden hätte.
Mit dem unter http://const.deribin.com/ufraw_and_Canon_450D angebotenen Patch wird die Unzulänglichkeit glattgebügelt, ufraw arbeitet wieder wie gewohnt.
Für denjenigen, der ein Debian-Derivat einsetzt (ich selbst arbeite hier mit Ubuntu Hardy Heron) und nicht weiß, wie er zu einem gepachten gimp-ufraw kommen soll, hier eine kurze Anleitung. Diese sollte von der Form her auf alle ufraw-Versionen passen, die die Version 8.80 von dcraw.cc einsetzen.
Schritt 1 - Den Patch herunterladen und entpacken
Die Beschreibung erspar ich mir
Schritt 2 - Die Source von gimp-ufraw herunterladen und eventuelle Abhängigkeiten auflösen
# apt-get build-dep gimp-ufraw
# apt-get source gimp-ufraw
Schritt 3 - Den Patch einpflegen
# cd ufraw-0.13
# grep -m1 DCRAW_VERSION dcraw.cc
(Hier sollte 8.80 als Version als Ergebnis stehen, bei anderen Versionen passt u.U. der Patch nicht.)
# patch < /ort/ufraw.Canon450D.patch
Schritt 4 - Anpassen der Paket-Versionsnummer
Diesen Schritt sollte man durchführen, damit die Paketverwaltung nach der Installation der gepatchten Software nicht wieder die “Originalversion” einspielen möchte. Dazu muss lediglich in der Datei “./debian/changelog” die Versionsnummer 0.13-1build1 in der ersten Zeile durch eine eigene Nummer ersetzt werden, meine Zeile sieht nun folgendermaßen aus:
0.13ufraw (0.13-eos450d) hardy; urgency=low
Nachteil an diesem Verfahren: gibt es eine neue Version der Software im Debian-Repository, bekommt der Paketmanager das nicht mit.
Schritt 5 - Bauen und installieren der gepatchten Pakete
# fakeroot dpkg-buildpackage
# dpkg -i ../*eos450d*.deb
Fertig ist die Laube.