Vor ein paar Tagen auf aptgetupdate.de gesehen, hat mich Gloobus Preview schon gereizt.
Das Programm ist ein Pendant zu Quicklook, der wirklich gut gemachten Datei-Vorschau von Mac OS.
Noch lange nicht fertig zwar, aber durchaus schon einsetzbar und sogar auch inkl. einer Coverflow-Funktion:
Einige schimpfen zwar, dass Gloobus nichts anderes sei, als das billige Remake einer geilen Funktion eines anderen Betriebssystems – aber ich denke: warum soll man gute Sachen nicht übernehmen? Das passiert tagtäglich – und nicht selten halten auch unter Linux entwickelte Funktionen als Vorlage für andere Betriebssysteme her. Ad hoc fällt mir da Dexpot ein, das unter Windows mehrere Desktops zur Verfügung stellt.
Doch nun zur Installation:
Es gibt von Gloobus fertige Pakete für Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope – Oliver beschreibt in seinem oben angesprochenen Artikel die Installation, hier fehlt aber die Coverflow-Funktion.
Außerdem bin ich im Zuge meiner Recherchen zu Gloobus auch auf “Nautilus, Simplified” gestoßen, einem Nautilus, dessen Menüs auf das Wesentliche zurechtgestutzt sind. Und da ich, wenn ich Nautilus schon einmal benutze, das Hauptmenü sowieso nicht benötige und auf eher minimalistische GUIs stehe, sollte das auch gleich mit auf mein System.
Deshalb sahen meine Installations-Schritte folgendermaßen aus:
Zunächst die Installation des Gloobus-Preview-Paketes aus dem PPA-Archiv:
$ su -
# echo deb http://ppa.launchpad.net/tualatrix/gloobus/ubuntu jaunty main >> /etc/apt/sources.list.d/gloobus.list
# apt-key adv –keyserver keyserver.ubuntu.com –recv-keys 0624A220
# apt-get update && apt-get install gloobus-preview
# apt-get upgrade
# exit
Damit wäre Gloobus-Preview selbst schon einmal installiert.
Jetzt zum Coverflow:
$ wget http://www.deviantart.com/download/123645797/Gloobus_0_4_by_JordiHP.gz
$ gunzip Gloobus_0_4_by_JordiHP.gz; tar xvf Gloobus-0.4.tar
$ cd Gloobus-0.4-deb/i386
$ sudo dpkg -i gloobus_0.4_i386.deb
Um Coverflow aufzurufen, gibt es leider noch nicht die Möglichkeit, dies wie bei der eigentlichen Vorschau auch über die Space-Taste zu tun.
Ich habe mir daher eine Nautilus-Aktion erstellt (Menü System/Einstellungen/Nautilus-Aktionen):
Einfach eine Aktion “Cover Flow” erstellen, als Pfad “/usr/bin/gloobus” und als Parameter “%M/” angeben. Unter dem Aktenreiter “Bedingungen” sollte die Aktion auf Ordner beschränkt werden.
Sollte der Menüpunkt zu den Nautilus-Aktionen fehlen, muss das Debian-Paket “nautilus-actions” nachinstalliert werden.
Schlussendlich habe ich meinen Nautilus noch um den Menüzeilen-Ballast erleichtert:
Dazu benötigt es einen Patch für Nautilus, den “ammonkey im Ubuntu-Forum gepostet hat. Diesen habe ich nach /tmp heruntergeladen.
$ su -
# mkdir tmp; cd tmp
# tar xvf /tmp/newbar_mouse_forward_back_gloobus.patch.tar
# apt-get build-dep nautilus
# apt-get source nautilus
# cp newbar_mouse_forward_back_gloobus.patch nautilus-2.26.2/debian/patches/99-newbar_mouse_forward_back_gloobus.patch
# cd nautilus-2.26.2
# fakeroot dpkg-buildpackage
# cd ..
# dpkg -i nautilus_2.26.2-0ubuntu3_i386.deb nautilus-data_2.26.2-0ubuntu3_all.deb libnautilus-extension1_2.26.2-0ubuntu3_i386.deb
Fehlt eigentlich nur noch die wirkliche Nautilus-Integration von Gloobus. Aber an der wird auch schon gewerkelt.
Es sollte natürlich erwähnt sein, dass es keinerlei Garantie gibt, dass ein so zusammengebasteltes Nautilus auch stabil läuft, vom Einsatz des Paketes auf Produktivmaschinen rate ich also ab.
Außerdem passt sich diese Installationsweise nicht wirklich in das Paketmanagement ein, ein Nautilus-Update schmeißt also die eigenkreierten Pakete aus dem System, die Patcherei ginge also von vorne los. Und auf “Hold” würde ich die Nautilus-Pakete auch nicht setzen, dafür sind sie zu sehr mit der Gnome-Umgebung verzahnt.
Aber hoffentlich entwickelt sich Gloobus einmal von einer “netten Spielerei” zu einem produktivitätsfördernden Feature und wird genauso gut in Gnome integriert, wie Quicklook unter Mac OS.